Hochbegabung bei Kindern

Hochbegabte Kinder fallen in der Regel auf. Leider ist oftmals dieses Auffallen mit Schwierigkeiten verbunden, wodurch das Erkennen einer Hochbegabung erschwert werden kann für das Umfeld bzw. für die Eltern. Hochbegabung lässt sich nicht nur an einer hohen Sensibilität festmachen, wenn auch diese oft mit einher gehen kann.

Die einfachste und vielleicht schönste Variante für die Eltern ist, wenn Kinder in der Schule durch zu gute Leistungen auffallen. Allerdings muss dieses für das Kind selbst nicht unbedingt als angenehm gelten, wenn es innerhalb der Klasse oder Schule als Besserwisser, Streber oder Neunmalkluger gilt. Dieses kann sich durch die gesamte Schulzeit durchziehen, bzw. die hochbegabte Person betreffen und sehr belasten. Häufig fallen hier Ursachen erst durch Mobbing, schlechte Leistungen oder bis hin zu Depressionen auf.

Bereits im Kindergarten können die ersten Anzeichen für eine Hochbegabung sichtbar werden. Oftmals fallen Kinder in diesem Alter durch ihre Langeweile auf, weil es u.a. andere Spiele doof findet und deshalb immer wieder bei etwas stört (Aufmerksamkeit suchend). Oder weil sich diese Kinder bereits jetzt für Dinge interessieren für die man sie eigentlich zu jung hält. Am häufigsten fällt es wenn dann dadurch auf, das hochbegabte Kinder Schwierigkeiten haben können, sich in die Gruppe einzubringen oder das Spiel mit anderen zu suchen.

In der Schulzeit sind Kinder grösser geworden und suchen neue Herausforderungen. Unterforderungen oder Überforderungen führen deshalb schnell zu Frust und Unzufriedenheit, weshalb sich Kinder gerne neue Ersatzbeschäftigungen suchen wie z.B. sich als Clown in der Klasse aufführen, Streiche spielen oder es wird zu einem Paradoxon das sich das Kind trotz bekannter Intelligenz nur noch schwache Leistungen zeigt.

Es ist heute recht schwer eine Hochbegabung bei Kinder eindeutig zu identifizieren. Wie oben bereits versucht anzudeuten sind es bestimmte Auffälligkeiten, die für diese eine Person / Kind nicht typisch sind, wohingegen alle Auffälligkeiten auch normal für ein jeweiliges Kind sein können durch seine prägenden Charaktereigenschaften. Die Streiche des einen können und mögen normal sein, wohingegen die eines hochbegabten Kindes eine andere Ursache haben. Dieses zu Unterscheiden ist sehr schwer.

Betroffene Eltern, Lehrer, Verwandte oder Erzieher sehen sich oftmals diesem Thema mit einer Menge Fragen gegenüber konfrontiert, was eine weitere eindeutige Erkennung mit erschwert, wenn es nicht mit Teil einer inhaltlichen Ausbildung ist. Und per Definition gibt es leider nichts eindeutiges woran man es messen oder feststellen kann mit einer 100%igen Gewissheit, dafür ist der Stand der Forschung noch nicht weit genug ausgeprägt.

 

Ursachen für Auffälligkeiten

Die bekanntesten Ursachen für Auffälligkeiten sind Langeweile bzw. Unterforderung / Überforderung. Betroffene Kinder können dieses oftmals noch nicht zum Ausdruck bringen und müssen ggf. ihr Verhalten kompensieren oder anders ausdrücken. So kann es zu Schwierigkeiten kommen, weil Kinder sich nicht altersgerecht sozial einbringen können, mit ihrer Energie irgendwo hin müssen. Sie sehen und verstehen sich nicht immer als ein Teil der Gemeinschaft und empfinden sich als anders, können es sich nicht erklären und suchen ggf. Ausflüchte in andere Verhaltensweisen.

Auffälligkeiten werden u.a. durch

  • Langeweile
  • Unterforderung / Überforderung

oftmals ausgelöst. Weitere Faktoren, Indizien sind möglich.

 

Auffälligkeiten können sein

  • frühes Interesse für Themen für die Kinder „eigentlich zu jung“ gehalten werden
  • als Clown aufführen (Aufmerksamkeit suchend)
  • trotz bekannter Intelligenz – schwache Leistungen in Schule oder Allgemein
  • weil es an den üblichen "altersgemäßen" Freizeitaktivitäten keinen Gefallen findet
  • sehr perfektionistisch sich selbst und Anderen gegenüber
  • bevorzugt die geistige-verbale Auseinandersetzung (Ablehnung von körperlichen Auseinandersetzungen)
  • sehr sensibel für zwischenmenschliche Beziehungen und Wechselwirkungen
  • intellektuell seinem Alter weit voraus, emotional dem Alter entsprechend reagierend
  • fühlt sich von Eltern, Lehrern unverstanden
  • Streber / Besserwisser / Neunmalklugheit und hat trotzdem Recht
  • Soziale Schwierigkeiten mit Gruppen, bzw. gr. Menschenmengen (nicht einbringen können / Überforderung)

 

Verlag & Redaktion: Firstlevel Media
Urheber Text / Autor: Björn Petermann
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