Was ist Stress?

Stress bei hochsensiblen Menschen

Der Begriff Stress stammt aus dem Englischen und steht hier für „Druck“ oder „Anspannung“. Im Lateinischen steht das Wort „stringere“ für „anspannen“. Der Stress entsteht durch äußere Reize und sorgt für psychische und physische Reaktionen. Diese sollen dabei helfen, die stressenden Situationen besser zu meistern.

 

Was passiert bei Stress?

Bei Stress werden also bestimmte Vorgänge im Körper ausgelöst, wobei man zwischen akutem Stress und sich dauernd wiederholenden Stressschüben unterscheiden muss. Akuter Stress entsteht in Einzelsituationen, etwa wenn das Telefon klingelt, gleichzeitig ein Kollege eine dringende Frage hat und der Postbote mit einem Einschreiben daher kommt, für das man unterschreiben muss. Tritt eine solche akute Stresssituation auf, reagiert unser Körper darauf, indem er die Hormone Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet.

Das Adrenalin soll den Kampf- bzw. Fluchtmechanismus in Gang setzen. Das Noradrenalin stimuliert die dafür nötigen Areale im Gehirn. Sobald die Situation, die den Stress ausgelöst hat, vorbei ist, werden beide Hormone sehr schnell wieder abgebaut und der Körper erhält sein ursprüngliches Gleichgewicht zurück.

Kommt es wiederholt zu Stress, so reichen diese beiden Hormone nicht mehr aus. Stattdessen schüttet der Körper Cortisol aus. Dieses Hormon versetzt uns in eine andauernde Alarmbereitschaft. Es wird nur sehr langsam abgebaut, so dass es über Sunden oder auch Tage im Körper verbleibt. Tritt während dieser Zeit erneut Stress auf, wird das Cortisolsystem wieder aktiviert. Der Stress wird somit chronisch.

 

Welche Folgen hat Stress?

Stress, gerade chronischer Stress, hat massive Folgen, auch für die Gesundheit. Menschen, die unter Dauerstress leiden, berichten oft von einer

  • gesteigerten Gereiztheit,
  • psychischen Störungen,
  • Konzentrationsstörungen, sie sind
  • anfälliger gegenüber Infekten,
  • leiden unter Bluthochdruck und
  • Gelenkproblemen.

 

Hinzu kommt, dass Experten annehmen, dass der dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel zu Krebs und sogar Diabetes führen kann. Bleibt der Dauerstress sehr lange bestehen, ist der Burnout keine Seltenheit.

 

Warum ist Stress bei hochsensiblen Menschen so schwierig zu umgehen?

Wer hochsensibel ist, der leidet oft schneller unter Stress. Er nimmt äußere Einflüsse bewusster und deutlicher wahr. Dadurch können schon kleine Stresssituationen, die an jedem anderen spurlos vorübergehen, für Menschen, die unter Hochsensibilität leiden, zum massiven Problem werden.

Wichtig ist es daher, die Reize, die auf einen einströmen, zu mindern. Licht- und Lärmverschmutzung und eine dauerhafte Reizüberflutung sind allerdings in unserer modernen Gesellschaft nahezu überall vertreten. Die Grundfunktion von Stress, dem Körper zu helfen, sich auf einen Kampf oder eine Flucht einzustellen, wird dauerhaft aufrecht erhalten.

 

Wie kann man dem Stress entgegenwirken?

 

Hochsensible Menschen sollten sich nach Möglichkeiten umsehen, um dem Stress entgegen zu wirken. Beispiele dafür sind:

1. Sport

Wer regelmäßig Sport treibt, kann Stress abbauen. Zusätzlich sollen Sport und Bewegung dabei helfen, künftig weniger anfällig auf Stress zu reagieren. Ganz nebenbei hält man sich und seinen Körper fit.

2. Pausen und Gestaltung des Arbeitsalltags

Stress entsteht vor allem im Arbeitsalltag. Hochsensible Menschen werden dazu gezwungen, dauernd über ihre Grenzen hinauszugehen, obwohl diese Grenzen ihnen durchaus bewusst sind. Sie sollten dann bei zu viel Stress regelmäßig Pausen einlegen und sich entspannen. Sinnvoll kann es am Arbeitsplatzauch sein, störende Geräuschquellen, wie das dauernd dudelnde Radio, abzuschalten. Auch macht es Sinn, seine Grenzen durchzusetzen und Prioritäten bei der Bewältigung der Arbeitsaufgaben zu setzen. Wichtig ist, nicht alles auf einmal erledigen zu wollen. Mitunter ist eine berufliche Veränderung angeraten. In einer Selbstständigkeit mit kreativem Bezug leben hochsensible Menschen oft auf, da sie hier keinem so starken Druck von Dritten ausgesetzt sind, wie es etwa bei einer abhängigen Beschäftigung der Fall ist. Nutzen Sie Kraftquellen um zur Ruhe zu kommen. Viele hochsensible Menschen brauchen einen Platz wo sie Ruhe erfahren.

3. Selbstbewusstsein stärken

Wichtig bei Hochsensibilität ist es ebenfalls, das Selbstbewusstsein zu stärken und zu sich selbst zu stehen. Dazu gehört es auch, anzuerkennen, dass man beispielsweise an der Arbeit ein wichtiger Faktor ist.

4. Grenzen setzen

Zudem sollte man bei Hochsensibilität lernen, Grenzen zu setzen und auch einmal Nein zu sagen. Dabei geht es nicht darum, die Kollegen einfach nur vor den Kopf zu stoßen, sondern ihnen klar zu machen, warum man eben diese Zusatzaufgabe nicht noch mit übernehmen kann. Hier ist es ratsam, die eigene Hochsensibilität zu erläutern und um Verständnis zu werben.

5. Freizeitgestaltung

Wichtig sind auch Hobbys und eine möglichst abwechslungsreiche Freizeitbeschäftigung. Diese sollte nach Möglichkeit nichts mit dem Beruf zu tun haben. Durch diese Ablenkung mit Freizeitaktivitäten kann man abschalten und muss nicht dauernd an den Job und den damit verbundenen Stress denken. Dadurch kann man sich entspannen und wieder mehr Ruhe und Ausgeglichenheit finden.

 

Weiterführende Informationen über Stress und seine Vermeidung

» Stress vermeiden